Julchen kommt zu Besuch

Therapiepuppeneinsatz als Aktivierungsmethode

Drei liebenswerte Rabauken kommen zu Ihnen in die Altenpflegeeinrichtung und Tagespflegeeinrichtung

Das Erzähltheater Osnabrück bietet eine neue Aktivierungsmethodik für hochbetagte Menschen und Menschen mit Demenz an – die Therapiepuppe.

Bekannt sind die positiven Effekte, die Therapiepuppen in vielen Bereichen wie Kindergarten, Schule, Krankenhaus und Altenpflege haben, schon seit längerer Zeit. Zu mir ist zuerst Emma mit ihren roten, wirren Haaren gekommen, eher durch Zufall als mit Überlegung. Irgendwann sah ich sie im Laden in der Stadt und sie rief mir zu: „Mir ist so langweilig!“ Da nahm ich Emma mit.

Dann kam Julchen zu mir, die liebend gerne zählt und der ständig die Zöpfe aufgehen. Zum Schluss kam noch Timmi, ein kleiner Junge, der gerne Ball spielt und lauter Unsinn unter seinen abstehenden Haaren hat. Er ist der Kleinste des Dreiergespanns. Wie jede Handpuppe haben auch meine Drei ein Eigenleben. Emma will Prinzessin werden, Timmi mag Schokoladenkuchen und Julchen wohnt in einer privaten Wohntasche.

Alle drei gehen mit mir regelmäßig in verschiedene Altenpflegeeinrichtung und bringen Farbe und Lachen in den Alltag älterer Menschen. Besonders Julchen und ihr jüngerer Bruder Timmi haben 2015 viel erlebt.

Alle Fotos: Max Ciolek
Mit freundlichen Genehmigung von Living Puppets, Matthies Spielprodukte GmbH & Co. KG

Im September 2015 begann die Studie „Julchen – aktivierende Arbeit mit Therapiepuppen in der Betreuung“ im Ev. Frauenheim Haus Dorette in Osnabrück. Mehrere Wochen lang besuchten Julchen und Timmi die älteren Damen.

Im Rahmen dieses Projektes haben wir viele Erfahrungen und Erlebnisse gesammelt. Julchen war immer gerne dort. „Die haben mich immer gekuschelt, und das mag ich gerne.“ hat sie mir erzählt. Und dass ihr Geschichten vorgelesen wurde. „Wir haben sogar Ball gespielt und Bauklötze gebaut. Manchmal haben wir auch einfach nur da gesessen und gesungen oder gemeinsam aus dem Fenster geschaut.“

Die Erfahrungen wurden in einem Lehrfilm zusammengefasst. Eine Veröffentlichung der Filmausschnitte ist geplant. Zurzeit dient der Lehrfilm als Grundlage in meiner Fort- und Weiterbildungen. Einige Ergebnisse des Projektes wurden in 2016 in dem Artikel „Darf ich auf deinen Schoß?“ in der Zeitschrift Aktivieren veröffentlicht.

 

Im Rahmen der Aktivierungsmethode „Julchen – Therapiepuppeneinsatz“ biete ich Einzel- und Gruppenbegleitung (Gruppe mit max. 7 Personen) an. In der Begleitung werden die Handpuppen auf unterschiedliche Arten und Weise eingesetzt, sie animieren zu Bewegungen, zum Singen, zum Erzählen und vor allem zum Kuscheln und Liebhaben. So entsteht ein Interaktionsbereich, der Möglichkeiten der Aktivierung und der Kommunikation bietet.

Darüber hinaus biete ich auch Workshops zum Thema „Handpuppeneinsatz in der Pflege und Betreuung“ an. Die alltägliche Begleitung von Menschen mit Demenz stellt die Betreuungskräfte immer wieder vor die Herausforderung, trotz des zunehmenden Verlustes kognitiver Fähigkeiten der Betroffenen, Zugänge, Ansprache und Interaktionsmöglichkeiten zu finden. Hier ermöglichen die weichen, mit den Händen bespielbaren Therapiepuppen, einen Zugang auf der emotionalen Ebene. Durch ihr freundliches Wesen erfüllen sie dort den Wunsch nach Nähe, Aufmerksamkeit und Ansprache. Das Puppenspiel bietet dabei einen großen Interaktionsraum, der die Aktivierung unterschiedlicher Ressourcen der Betroffenen unterstützt: Kommunikation, Erinnerungen, Ausgeglichenheit und Lebensqualität. Diese Workshops sind als Inhouseschulung oder für Bildungsinstitute als Erweiterung ihrer Programme buchbar.

Im Frühjahr 2018 beginnt die Fortbildung „Julchen kommt zu Besuch – Therapiepuppeneinsatz als Aktivierungsmethode“ am Caritas Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit in Rheine an. Die Fortbildung basiert auf zwei Themenbereiche. Zum einen erlernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das grundlegende Handwerkszeug des Puppenspiels: Handhabung der Puppe, Führung der Puppe, Stimmeinsatz und Szenenerarbeitung. Zum anderen werden Einsatzmöglichkeiten, Zielsetzung und Aufbau geeigneter Aktivierungseinheiten erarbeitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickeln im Laufe der Fortbildung eigene Spiel- und Aktivierungseinheiten, die in den Präsenzphasen vorgestellt und reflektiert werden. Insgesamt 42 Unterrichtsstunden in den Präsenzphasen zzgl. Praxisphasen und die Erstellung einer Abschlussarbeit und ein Kolloquium umfasst die Fortbildung.

TERMINE
1. Block: Freitag, 16. März und Samstag, 17. März 2018
2. Block: Freitag, 4. Mai und Samstag, 5. Mai 2018
3. Block: Freitag 18. Mai und Samstag, 19. Mai 2018
Kolloquium: Samstag, 23. Juni 2018

ORT
Caritas Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit Rheine
Devesburgstraße 6 | Rheine

ANMELDUNG
Caritas Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit Rheine
05971 991060
altenpflegeschule-rheine@caritas-bildungswerk.de

KOSTEN
€ 540

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KONTAKT

Erzähltheater Osnabrück

Große Gildewart 35

49074 Osnabrück

0541 580 43 85

info@erzaehltheater-osnabrueck.de

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